Alles rund um Magento!

FACT-Finder-Features als Magento-Modul verfügbar

Seit Februar ist ein von Flagbit entwickeltes neues Magento-Modul für die Such- und Navigationslösung FACT-Finder verfügbar. Das Modul kann über Magento Connect bezogen und installiert werden. Mit der Extension können Magento-Nutzer derzeit die Fact-Finder-Features Fehlertolerante Suche, Suggest, Automatische Suchoptimierung, After Search Navigation ebenso wie den Campaign Manager in ihren Shop integrieren und auch das FACT-Finder-Management ins Magento-Backend einbinden. Flagbit arbeitet bereits an einer weiteren Version, in der zusätzliche Features ebenfalls kompatibel sind. Weitere Informationen können in einer kürzlich herausgegebenen Pressemitteilung von Flagbit nachgelesen werden.

Integration von Magento

Ein Onlineshop kommt selten allein. Deswegen muss er in aller Regel in eine Vielzahl von weiteren Systemen eingebettet werden. Es existieren allerhand Lösungen im Magento Connect, die eine Anbindung an ein bestimmtes System versprechen. Doch worauf muss bei der Integration eigentlich geachtet werden?

Zunächst mal muss spezifiziert werden, welche Systeme angebunden werden sollen und welche Informationen wie oft ausgetauscht werden müssen. Es ist davon auszugehen, dass eine vollständige Übertragung aller Produktinformationen eher selten durchgeführt werden muss; typischerweise werden die Produktinformationen einmal pro Nacht abgeglichen.
Bestellungen hingegen sollten doch häufiger ins Warenwirtschaftssystem übernommen werden, um einen Überblick über die Verfügbarkeit von Produkten für weitere Vertriebskanäle zu behalten.
Ein beispiel für eine Grobspezifikation könnte wie folgt aussehen:

  • stündlicher Export von Bestellinformationen aus Magento in die Warenwirtschaft
  • stündlicher Import von Bestellstatus-Informationen & Rechnungen aus der Warenwirtschaft in Magento
  • stündlicher Import von Lagerbestands- und Preisinformationen aus der Warenwirtschaft
  • Manueller Import von Produktinformationen aus dem Produktinformationssystem
  • Import von Kundeninformationen nach Änderungen im CRM-System (wenn dieses onSave-Trigger zulässt!)

Nachdem geklärt ist, welche Systeme beteiligt sind und welche Informationen wie oft ausgetauscht werden bzw. welche Prozesse miteinander kommunizieren müssen, ist zu prüfen, welche Kommunikationsmöglichkeiten die einzelnen Systeme anbieten (Webservices, RESTful Services, lokale Dateiablage oder Ablage via FTP, SSH, Socket-Kommunikation usw.) und welche Formate sie hierbei nutzen (meist spezifische CSV oder XML-Formate, mitunter aber auch Standards wie BMEcat).
Die meisten vorliegenden Integrationslösungen verstehen unter “Integration” eine reine Datenintegration – Austausch von Daten. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, wird mitunter jedoch eine Geschäftsprozessintegration nötig. Als Beispiel sei der Verkauf proprietärer Software über einen Onlineshop genannt: Nach erfolgreichem Abschluss einer Bestellung muss nun der Lizenzserver kontaktiert werden, um dort einen Lizenzschlüssel zu erstellen. Nach erfolgreicher Generierung wiederum erscheint der Schlüssel im Konto des Kunden.

Doch nicht nur die Menge und Art der Systeme ist je nach Unternehmen und Onlineshop unterschiedlich, sondern meist auch die Systeme selbst. Unternehmen haben unterschiedliche Datenobjekte, die Daten der einzelnen Objekte (bspw. Produkte) werden meist um unternehmensspezifische Daten erweitert. Magento trägt dem über das EAV-Attributsystem Rechnung, doch auch die Synchronisation muss hier auf die spezifischen Eigenheiten und Anforderungen des Kunden angepasst werden können. Standardlösungen werden in aller Regel keinen vollends befriedigenden Job machen können.

Magento bietet bereits hervorragende Möglichkeiten, Kunden anzusprechen und den gesamten Onlineshop an die Besonderheiten eines Unternehmens anzupassen. Einer der momentanen Nachteile des Systems ist die unzureichende Anbindung an weitere Systeme. Dataflow reicht für erweiterte Anforderungen schlicht nicht aus, die Magento Web Services API ist in der Regel zu langsam für große Datenmengen und unterstützt keine Geschäftsprozessintegration.

Aus diesem Grund hat Flagbit eine Plattform entwickelt, die Magento um Werkzeuge einer Integration erweitert und genug Raum für spezifische Anpassungen lässt. Es ist in der Regel keine Programmierung von PHP notwendig, sondern ausschließlich Konfiguration über XML, die dem System eine Übersetzung von externen Dialekten in Magento-Sprache ermöglicht. In den kommenden Wochen werden wir die Dokumentation des Systems stark erweitern und anschließend eine Projekt-Webseite anbieten. Mehr dazu in Kürze auf diesem Kanal.

Erstellen eines Backend-Moduls: Grundlagen und Konfiguration

Grundlegende Erkenntnisse

Magento ist prinzipiell modular aufgebaut. In Version 1.3 besteht Magento aus zirka 50 Core-Module, deren Funktionalität sich durch weitere Community- oder Local-Extensions erweitern und verändern lässt.

Das Backend ist, was dies angeht eher ein schlechtes Beispiel: Es ist nicht modular aufgebaut, wie man dies vom Frontend her gewohnt ist – die meisten Standard-Interfaces befinden sich im Modul „Adminhtml“. Für den Entwickler hat dies einige Nachteile, wie sich im Laufe der Beitragsserie zeigen wird.

Trotzdem bietet auch das Backend einige Möglichkeiten, bestehende Funktionalitäten anzupassen und zu erweitern. Wie das geht, werden wir in den kommenden Wochen mit einigen kleinen Beiträgen anhand einiger bestehender Module beschreiben. Die Möglichkeiten werden in diesen mit Sicherheit nicht ausgeschöpft – falls wir was Wichtiges vergessen haben sollten, weißt uns bitte drauf hin.

Dieser erste Beitrag beschäftigt sich mit den Teilen der Konfiguration, die für die Erstellung von Backend Interfaces interessant sind.

Die Konfiguration

Wie jedes Modul benötigen auch Backend-Module Konfigurations-Einstellungen, die über die Definitionen der config.xml eingestellt werden. Die allgemeinen Einstellungsmöglichkeiten wie die Definition von Models, Blocks oder Helpern sind nicht Bestandteil dieses Beitrags; viel mehr soll fokussiert auf die speziellen Einstellungen für Backend-Module eingegangen werden.

Der <modules>-Block

Im ersten Block werden allgemeine Informationen zum Modul definiert, wie der Name, die Version und ob das Modul aktiv ist oder nicht:

  <modules>
    <Flagbit_Glossary>
      <active>true</active>
      <codePool>local</codePool>
      <version>0.2.0</version>
    </Flagbit_Glossary>
  </modules>

Der <admin>-Block

Nachdem wir im modules-Block zunächst allgemeine Informationen über das Modul gegeben haben, bietet der zweite Block zwei wichtige allgemeine Einstellungen des Magento-Backends: die Registrierung unseres Admin-Controllers sowie die Definition unserer Adressen.

  <admin>
    <routers>
      <glossary>
        <use>admin</use>
        <args>
          <module>Flagbit_Glossary</module>
          <frontName>glossary</frontName>
        </args>
      </glossary>
    </routers>

Damit ein Modul überhaupt eigene Informationen verarbeiten kann, muss es einen oder mehrere Controller bei den Routern definieren können. (Action-)Controller sind für die Steuerung der Abläufe und Prozesse innerhalb der MVC-Architektur von Magento zuständig. Router wiederum sind Controller, die einen bestimmten Aufruf anhand der Adresse an einen Action Controller übergeben.

Innerhalb des routers-Block verstecken sich folgende Angaben (vgl. Mage_Core_Controller_Varien_Router_Standard :: collectRoutes()):

  • Das XML-Tag <glossary> bestimmt den Namen der aktuellen Route. Auf diese Art und Weise wäre es möglich, bestehende Routen über ein eigenes Modul zu überschreiben.
  • Im Backend ist es natürlich wichtig, dass alle Sicherheitsbestimmungen greifen und die Interfaces nicht aus dem Frontend aufgerufen werden können. Dementsprechend wird hier der Wert „admin“ übergeben.
  • Das Module beschreibt natürlich das aktuelle Modul.
  • Der FrontName wiederum bestimmt, unter welcher URL das eigene Modul aufgerufen werden kann. In unserem Fall wäre dies „http://www.example.com/glossary“.
    <rewrite>
      <Flagbit_Glossary>
        <from>
          <![CDATA[#^/{adminhtml}/glossary/#]]>
        </from>
        <to>/glossary/admin/</to>
      </Flagbit_Glossary>
    </rewrite>
  </admin>

Um das Backend-Modul nun optimal in das Magento-Backend zu integrieren, sollten sich auch die URLs des Moduls an den Admin-Adressen orientieren – die bisherige URL sieht eher wie die im Frontent aus. Hierfür steht der <rewrite>-Block, der alle Aufrufe von „/{adminhtml}/glossary“ auf den AdminController unseres Frontnames weiterleitet. ”{adminhtml}“ ist hierbei als Platzhalter für das die Adresse des Backend zu verstehen – dieser wird von Magento automatisch ausgetauscht. Als Resultat wird dem Nutzer automatisch unser AdminController angezeigt, wenn er den “GlossarController von Adminhtml” aufrufen möchte.

Der <adminhtml>-Block

  <adminhtml>
    <menu>
      <cms>
        <children>
          <glossary translate="title" module="glossary">
            <title>Glossary</title>
            <action>adminhtml/glossary</action>
            <sort_order>50</sort_order>
          </glossary>
        </children>
      </cms>
    </menu>

Der erste Teil des XML-Blocks beschreibt die Einbindung unseres Moduls in das Menü des Backends. Die Hauptmenü-Punkte sind Kindknoten von <menu>; in unserem Fall bauen wir keinen neuen Punkt in der ersten Ebene ein, sondern fügen einen neuen Unterpunkt zu CMS hinzu.

<cms> versteht sich als Referenz auf die Definitionen, die in der config.xml des CMS-Moduls eingefügt wurden – so könnten andere Module wiederum auf die Definitionen von <glossary> zugreifen und diese ändern oder erweitern. Zu beachten ist hierbei auch, dass zwei Module einer Extensions auch eindeutige Keys benötigen!

<title>, <action> und <sort_order> sind an sich selbsterklärend; bei <action> sollte nach Möglichkeit die Adresse angegeben werden, die wir im <rewrite> definiert haben.

    <acl>
      <resources>
        <admin>
          <children>
            <cms>
              <children>
                <glossary translate="title" module="glossary">
                  <title>Glossary</title>
                  <sort_order>50</sort_order>
                </glossary>
              </children>
            </cms>
          </children>
        </admin>
      </resources>
    </acl>
  </adminhtml>

Der <acl>-Bereich ist bezüglich des Aufbaus verwandt mit dem beschriebenen Menü. Er ermöglicht die Rechteverwaltung im Backend von Magento. Logischerweise wird der Glossar auch hier wieder als Kindknoten von CMS definiert.

Als Resultat gibt es in der Rechteverwaltung eine neue Checkbox – beim Generieren des Menüs und Aufruf des Moduls wird überprüft, ob das entsprechende Häkchen gesetzt ist oder eben nicht. Als Hinweis sei erlaubt, dass beim Testen der Rechte ein neuer Login Wunder bewirken kann, da die Rechte beim Login überprüft und in die Session des Nutzers gespeichert werden.

Die gesamte config.xml

Wie die gesamte Konfiguration aussehen kann, zeigt das folgende Listing:

<?xml version="1.0"?>
<config>
  <modules>
    <Flagbit_Glossary>
      <active>true</active>
      <codePool>local</codePool>
      <version>0.2.0</version>
    </Flagbit_Glossary>
  </modules>
  <admin>
    <routers>
      <glossary>
        <use>admin</use>
        <args>
          <module>Flagbit_Glossary</module>
          <frontName>glossary</frontName>
        </args>
      </glossary>
    </routers>
    <rewrite>
      <Flagbit_Glossary>
        <from>
          <![CDATA[#^/{adminhtml}/glossary/#]]>
        </from>
        <to>/glossary/admin/</to>
      </Flagbit_Glossary>
    </rewrite>
  </admin>
  <adminhtml>
    <menu>
      <cms>
        <children>
          <glossary translate="title" module="glossary">
            <title>Glossary</title>
            <action>adminhtml/glossary</action>
            <sort_order>50</sort_order>
          </glossary>
        </children>
      </cms>
    </menu>
    <acl>
      <resources>
        <admin>
          <children>
            <cms>
              <children>
                <glossary translate="title" module="glossary">
                  <title>Glossary</title>
                  <sort_order>50</sort_order>
                </glossary>
              </children>
            </cms>
          </children>
        </admin>
      </resources>
    </acl>
  </adminhtml>
</config>

Fazit

Im ersten Beitrag zur Entwicklung von Backend-Modulen haben wir die Definitionen der Konfiguration kurz unter die Lupe genommen. Mangels Dokumentation fällt deren Interpretation nicht immer leicht – den Platzhalter für {adminhtml} mussten wir uns auch im Quelltext zusammensuchen.

Mit der Konfiguration konnten wir den Grundstein für die Entwicklung von Backend-Modulen legen, indem wir unsere Controller registriert und in das Menü mit eingebunden haben. Viel Funktionalität haben wir damit natürlich noch nicht – in den kommenden Beiträgen werden wir diese Hülle mit Leben füllen.

Beitragsserie: Entwicklung eines Backendmoduls

In den Gesprächen der letzten Tage im offiziellen deutschen Magento-IRC-Channel (#magento-de bei irc.freenode.net) kamen vermehrt Fragen zur Entwicklung von Modulen im Magento-Backend auf.

  • Wie muss ich den Router definieren, damit meine Controller angesprochen werden?
  • Wie kann ich ein Grid erstellen und Erweitern?
  • Wie definiert man neue Menü-Einträge? Wie konfiguriert man das Rechtemanagement?

Diese und weitere Fragen sollen in einer Beitragsserie hier im Mage :: Blog beleuchtet werden. Leider muss ich alle enttäuschen, die heute bereits sehnsüchtig nach dem – zugegebenermaßen für heute versprochenen – ersten Teil der Serie warten. Ich werde versuchen, diesen noch am Wochenende nachzureichen.

UPDATE: Offensichtlich verzögert sich die Veröffentlichung leider ein wenig. Wir arbetien daran, den ersten Beitrag so schnell wie möglich online zu bekommen.

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