Alles rund um Magento!

Archiv des Monats September, 2011

Google Wallet startet

Auch wenn wir ein wenig in Gefahr geraten, bald als Google-Werbe-Blog zu erscheinen, wollen wir kurz auf den Start des neuesten Produktes der Entwickler aus Kalifornien, dem Google Wallet, verweisen, zumal die Auswirkungen dieser Technologie nicht nur auf den Offline-Handel beschränkt sein bleiben.

Mit dem Launch können vorerst jedoch nur Besitzer eines Nexus 4G Smartphones in den USA den neuen Dienst in Kooperation mit dem PayPass-System von Mastercard nutzen. Bei diesem System hält der Nutzer im Regelfalle seine Kreditkarte an ein spezielles Kartenlesegerät und kann so schnell und unkompliziert zahlen. Dieser Vorgang ist nun auch mit dem Smartphone möglich. Die Übertragung der Daten erfolgt mit dem im Handy integrierten NFC-Chip, in dem die Zahlungsinformationen des Nutzers gespeichert sind. Nach und nach sollen das Bezahlen mit weiteren Karten möglich sein, auch eine Zusammenarbeit mit Visa und American Express ist bereits geplant. Gesichert ist das Verfahren durch eine zusätzliche PIN und dem sog. “Secure Element”, das die sensiblen Daten getrennt von den restlichen Informationen auf dem Smartphone speichert.

Google Wallet Payment

Google Wallet soll auf Dauer den Geldbeutel ersetzen. (Bild:Google)

Bereits seit Sommer lief ein Feldtest, der für Google offenbar zufriedenstellend verlief. Die zugrunde liegende NFC-Technik war auch bereits in den für das PayPass-System genutzten Kreditkarten eingebaut und wird nun für das Wallet genutzt. Derzeit können Kunden der Citibank mit einer Mastercard den Dienst bereits nutzen, alternativ bietet Google auch eine hauseigene Prepaid-Karte Early Adopter an. Neben weiteren Kartenanbietern wartet man vor allem auf die flächendeckende Einführung weiterer NFC-fähigen Smartphones.

Doch Google wäre nicht Google, wenn die Ziele nicht schon wieder viel weiter gesteckt wären. Neben der Bezahlfunktion sollen weitere Dienstleistungen wie Kundenkarten oder Gutscheine ermöglicht werden. Hier ist vor allem die Synchronisation des Wallet mit Google Offers als Konkurrenz zu Groupon interessant, zumal Google sich mit dem Ankauf von Daily Deal weiter in diesem Bereich verstärkt hat. Das Ganze soll per App realisiert werden. Vor allem das Thema Sicherheit steht dabei noch im Brennpunkt, Kritiker weisen vor allem darauf hin, dass eine PIN allein nicht ausreichend Schutz biete. Zudem wird die Kopplung an traditionelle Kreditkarten ebenso bemängelt wie (natürlich!) der mangelnde Datenschutz für die sensiblen Kontendaten.

Auch die deutschen Mobilfunkunternehmen Telekom, Vodafone und O2 wollen sich für ihr Payment-Projekt Mpass die NFC-Technologie zu Nutze machen und damit im nächsten Jahr ebenfalls den breiten Markt in Angriff nehmen.

Inwieweit dies Auswirkungen auf E-Commerce Plattformen wie Magento haben wird, ist noch unklar. Zumindest fürs erste scheint eine Kooperation zwischen Google und Magento in diesem Bereich unwahrscheinlich, hat doch PayPal, wie Magento eine eBay-Tochter, auch schon gegen Google Wallet geklagt, es geht mal wieder um Plagiatsvorwürfe und Abwerbung von Topkräften. Die Technologie an sich ist jedoch auf für Magento interessant. Vor allem im Hinblick auf Mobile Commerce ist denkbar, dass Bezahlvorgänge ebenfalls über das Wallet oder vergleichbare Systeme laufen könnten und hier E-Commerce und Offline-Handel wieder einen Schritt näher zusammenrücken. Gespannt sein darf man auch auf die Entwicklungen im Bereich Sicherheit. Das es mit einer zusätzlichen Pin und dem derzeitigen Secure-Element für das Wallet nicht getan ist, zumal Angriffsflächen erst durch die flächendeckende Einführung jetzt geboten werden, dessen ist man sich auch im Hause Google bewusst. Wenn man den Geldbeutel inklusive Kreditkarten in Zukunft wirklich komplett ersetzen will, sind noch ein paar Errungenschaften zu erwarten, die auch auch für Magento und Co. durchaus interessante Entwicklungen anstoßen könnten.

Google Analytics für den Datenschutz anpassen

Während die Debatte um den Facebook-Like-Button nach wie vor im Gange ist und die Äußerungen der Datenschützer aus Schleswig-Holstein im Internet eifrig diskutiert werden (die Meinungen reichen hierbei von „realitätsfremd“ bis „richtig so“), hat ein anderer Internetriese zumindest eine Problematik im deutschen Datenschutzdschungel beiseite geräumt. Google konnte letzte Woche eine Einigung mit Datenschützern hinsichtlich „Analytics“ verkünden. Die Analysesoftware stand vor allem deshalb in der Kritik, weil die IP-Adresse der Benutzer auch an die Server in den USA übermittelt wurde.Auch wenn Google weiterhin die Meinung vertritt, dass Analytics auch zuvor schon den Richtlinien entsprach, ist man nun nach ein paar Anpassungen auch offiziell Datenschutzkonform.

Google Analytics Magento

Analysesoftware Google Analytics

Schritt 1 auf diesem Weg war die Einführung eines Browser Add-Ons bereits im Mai diesen Jahres, dass es Usern ermöglichte, die Analytics-JavaScripts abzuschalten und so die Nachverfolgung ihres Surfverhaltens zu blocken. In der nun weitergehenden Maßnahme stellt Google für Webmaster eine Anpassung des Tracking-Codes zur Verfügung, nach der nun nicht mehr die komplette IP der Benutzer gespeichert, sondern ein Teil davon anonymisiert wird. Diese Anonymisierung müssen Webseitenbetreiber selbst vornehmen, in dem sie die IP-Masken-Funktion in Google Analytics aktivieren. Dies geht über eine Anpassung des Tracking-Codes von Analytics. Das Snippet hierzu finden Sie auf Google Code. Standardmäßig wird wohl weiterhin ersteinmal der Code mit der vollständigen Übermittlung von Google generiert.

Da bei Magento der Analytics-Code nicht manuell eingebunden, sondern im Backend einfach die Kundenkontonummer eingetragen wird, über die sich die Software dann den Code holt, ist es nicht mit der direkten Änderung getan. Wir werden das entsprechende Modul in den nächsten Tagen auf die neusten Magento-Versionen anpassen, zeitnah in GutHub hochladen und zur Verfügung stellen.

Mit den Anpassungen wird die Nutzung des Trackings, um wertvolle Informationen für die Auswertung in Analytics zu generieren, weiterhin ermöglicht, jedoch keine personenbezogenen Daten mehr übermittelt. Laut Google kann dies die Genauigkeit der Geotracking-Funktion etwas beeinträchtigen, sonst sollen alle Funktionalitäten erhalten bleiben.

Hackevening Javascript

Am 29. August hat das Trio von Developers Peak ihre 10 Städte Tournee in Karlsruhe fortgesetzt. An besagtem Abend wurden alle Interessierten zu einem Event mit dem Schwerpunkt JavaScript: Animations: Canvas vs DOM vs CSS3 vs WebGL eingeladen. Im Hotel Residenz in der Nähe des Karlsruher Hauptbahnhofs fanden sich ca. 25 begeisterte Teilnehmer in angenehmer Atmosphäre. Die Vorträge wurden ausnahmslos in Englisch gehalten.

David leitete das Event mit generellen Themen rund um Javascript ein und sorgte dafür, dass für das spätere Pair-Programming keine Basis-Fragen offen blieben. Der Vortrag befasste sich hauptsächlich mit der Interpretation von Javascript Code im Browser und hat sicherlich diejenigen am meisten berührt, die JS Frameworks wie Prototype und JQuery ausgiebig nutzen, aber nicht genau wissen wie der Funktionsumfang implementiert wurde.

David ist massiv auf die Referenzierung von Variablen und Funktionen eingegangen und den damit verbundenen Flaschenhälsen. Ebenso wurden die mächtigen Closures näher gebracht und wie man damit performante Werkzeuge erstellen kann. Zudem wurde erklärt, wie die Bind-Funktionalität in Prototype implementiert wurde (Bind ermöglicht es an jede definierte Funktion einen beliebigen Context zu binden).

Marek hat uns dann im Anschluss in sein Ressort der Animationen geleitet. Es gab einige Showcases und einige generelle Themen, die im Vorfeld diskutiert wurden. Step by Step wurden wir durch die einzelnen Ansätze der Animation mit Javascript geführt, angefangen mit CSS3. Wir haben dann in Pair-Programming Sessions eine Animation in CSS3 mit Fallback auf DOM-Manipulation erstellt. Weiter ging es mit dem Lösungsansatz über das HTML 5 Canvas-Objekt, auch hier haben wir aus einer angedachten Vorlage von Marek gemeinsam eine laufende Animation erstellt. Als letzten Lösungsansatz haben wir uns WebGL gewidmet.

Javascript Animation Mortal Combat

Charakter aus dem Javascript Mortalkombat Clone

Marek und David sind auf die Vorzüge und Nachteile aller Möglichkeiten eingegangen und zum Abschluss gab es noch einige Showcases zu ein paar eigenen Projekten. Zum einen stellte Marek einen vollständig in Javascript geschriebenen Mortalkombat Clone vor. Das Spiel war Multiclient fähig und hat sogar Fights im Mutliplayer ermöglicht. Die serverseitige Implementierung wurde mit einem Aufsatz mit Node JS erstellt. David stellte uns ebenfalls ein Spiel vor, welches 2 Panzer gegeneinander hat antreten lassen. Die herausstechendste Besonderheit daran war, dass David seinen Panzer mit seinem Mobiltelefon ebenfalls über Node JS steuern konnte.

Den letzten Vortrag hat Piotr übernommen und uns eingeladen zu den kommenden Workshops von David und Marek. Piotr hat auch erzählt, welchen Themen sie sich in Zukunft bevorzugt widmen möchten. Im Anschluss an den Event gab es einen regen Interessensaustausch aller Anwesenden, einschliesslich der Gastgeber.

Der Event hat bei mir persönlich definitiv Appetit auf mehr gemacht, besonders die kommenden Workshops von David de Rosier haben mich angesprochen. In den Workshops geht es zum Teil um Objekt Orientierte Programmierung (Mastering Javascript Part 2: OOP und Patterns) und um fortgeschrittene Techniken (Mastering Javascript Part 3: Hardcore JS), welche einem einen sehr tiefen Einblick in die Sprache Javascript gewähren sollten.

Wer sich gerne direkt Code anschauen möchte, kann die Github Accounts von David und Marek besuchen.

 

Mut zur Veränderung – Potenzial von Online Shops aktivieren

Für Agenturen ist es ein alter Hut, auch wir müssen hin und wieder mit unseren Kunden darüber diskutieren. Viele Shopbetreiber wollen nach der Einrichtung Ihres Webshops kaum mehr Veränderungen vornehmen, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Dabei wird Optimierungspotenzial oft erst nach und nach erkannt und die Anforderungen verändern sich ständig mit der technischen Entwicklung. Zudem sind viele Anpassungen mit Magento recht einfach umzusetzen. Hier gilt es oftmals hartnäckig zu bleiben, um den Kunden (der bei all dem natürlich noch König bleibt ;-) ) zu seinem Glück zu zwingen. Denn schon minimale Anpassungen erzielen erstaunlich Erfolge, gerade was Usabilitiy und Conversion betrifft. Hier kann man sich das Pareto-Prinzip in Erinnerung rufen, das besagt, dass man mit 20% der Zeit bereits 80% des gewünschten Ergebnisses erhält. Dieser Effekt trifft gerade bei Webshops in großem Maße zu. So sollten sich Shopbetreiber vom Vorschlag einer Veränderung nicht abschrecken lassen, sondern an dieses Prinzip denken. Erfolge lassen sich schon mit wenig Aufwand nachweisen.

Erstaunlicherweise scheint aber allem Early Adoptern in der E-Commerce-Branche der Gedanke an Veränderungen bei ihrem Shop zuwider zu sein. Eigentlich sollte man ja gerade bei diesen Internet-Pionieren Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem vermuten, doch viele sind dem Denken verhaftet, dass der Shop ja früher auch funktioniert habe und zudem die Leute, die kaufen wollen, auch kaufen und andere sowieso nicht. Das mittlerweile so gut wie jede Branche auch im Internet von mehreren Mitbewerbern umkämpft ist, scheint bei vielen ungeachtet aller Visionen nicht angekommen zu sein.

Online Shop Umsatz steigernDabei liegt genau in solchen Veränderungen großes Potenzial. Nur mit neuen Ideen (und/oder einer extrem guten Marketing-Strategie) kann man sich positiv in umkämpften Märkten von der Konkurrenz abheben. Visionäre profitieren gerade im Netz von den Möglichkeiten, neue Ideen zu verwirklichen. Dies sollte nicht auf einen Launch/Relaunch beschränkt sein, sondern ein stetiger Gedanke zu sein. Zumal Google und Co. Dynamik in den Seiten auch entsprechend honorieren und dann die Seiten oben in den SERPs anzeigen.

Also kann man als Fazit festhalten: Stillstand = Rückschritt. Diese einfache Gleichung klingt abgedroschen, trifft aber für Online Shops mehr denn je zu. Eine Webseite ist sicher keine einmalige Investition, sondern ein dauerhafter Prozess, den man ständig im Auge behalten muss. So präsentiert auch Magento immer wieder neue und verbesserte Features, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Wir wollen dafür werben, offener für neue Ideen und Anregungen zu werden.

Um diesen Gedanken auch in unserem Blog vorzuleben, werden wir in den nächsten Monaten immer wieder  Tipps, Gedanken oder Anregungen posten, an welchen Schrauben man denn drehen kann, um mit wenig Aufwand bereits eine große Wirkung in einem Online Store zu erzielen. Eine gute Orientierung liefert einem auch das Buch „Web Design for ROI“ von Lance Loveday und Wireframe-Königin Sandra Niehaus, was uns auch einige Ideen und Anregungen für die kommenden Artikel lieferte.

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